Münchner Jakobsweg – Tag 3

Münchner Jakobsweg – Tag 3

Sonntag, 11. Juni 2017

Nach einer ruhigen Nacht – ich hatte ja das Zimmer für mich allen – begann mein Tag gegen 7:30 Uhr im Refektorium, dem Speisesaal. Es gab bereits zwei benutzte Teller, die ich meinen beiden Mitpilgern zuordnete und die scheinbar schon sehr früh aufgebrochen waren. Also musste ich wohl ganz allein frühstücken, holte mir Brot und Marmelade vom Buffet und setzte mich an einen der Tische.

Frühstück im Kloster

Doch kaum hatte ich angefangen, als ein stattlicher älterer Herr hereintrat. Er schaute sich kurz um und fragte, ob er sich zu mich setzen dürfte. Nichts lieber als das! Wir kamen dann schnell ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er pensionierter Pfarrer war und am Tag vorher eine Hochzeit gefeiert hatte und seine Nichte getraut hatte. Die Hochzeitsgesellschaft war mir am Tag zuvor ja bereits aufgefallen. Als sich dann noch herausstellte, dass er Pfarrer in der Nähe von Hildesheim gewesen war, wo er jetzt auch noch wohnte, nahm das Gespräch richtig Fahrt auf, denn in Hildesheim hatte ich 6 Jahre lang studiert. Er befriedigte meine Neugier zu der Gegend rund um Hildesheim und ich gab ihm im Gegenzug noch ein paar Tipps, was er von Andechs aus mit seinem E-Bike noch erkunden sollte. So wurde aus einem schnellen Frühstück ein sehr interessantes Gespräch, bei dem die Zeit verflog. Gegen 8:30 Uhr verabschiedete ich mich dann von ihm, denn zu spät wollte ich auch nicht aufbrechen. Ich packte meine Sachen und verabschiedete mich gegen 9:00 Uhr vom Kloster Andechs. Die Übernachtung im Kloster Andechs gehört auf jeden Fall zu den schönen Erinnerungen an meinen Jakobsweg.

Abstieg vom „Heiligen Berg“

Vom Heiligen Berg, wie das Kloster Andechs auch genannt wird, ging es durch den Wald hinab nach Herrsching. Durch den Ort hindurch fand ich am Ufer des Ammersees ein kleines Café das gerade aufmachte. Da konnte ich natürlich nicht vorbei gehen, ohne mir noch einen Espresso zu gönnen. Anschließend ging es auf Wegen etwas Abseits des Ammersees bis nach Schondorf. Ich erinnere mich noch, dass ich unterwegs eine alte Dame traf, die allein oberhalb des Ammersees spazieren ging. Sie erzählte mir, dass sie häufig mit ihrem verstorbenen Mann hier spazieren gegangen sei und man von hier den schönsten Ausblick auf den Ammersee hat. Nach einem kurzen Plausch verabschiedete ich mich und ging den Weg bis nach Schorndorf. Unterwegs fand ich sogar noch eine Badestelle, wo ich noch schnell ein erfrischendes Bad nehmen konnte.

Schorndorf war dann schon das Ende meines ersten Jakobsweg-Abschnitts. Von hier ging es mit der S-Bahn wieder zurück nach Otterfing. Nicht aber ohne in Schondorf noch der St. Jakobskirche einen Besuch abzustatten. Ein sehr würdiger Abschluss meiner ersten Etappen, wie ich fand.

St. Jakobskirche in Schondorf

Die drei Tage Jakobsweg waren wirklich ein unglaubliches Erlebnis und es war klar, dass ich vom Virus „Jakobsweg“ befallen war. Drei Tage, in denen ich sehr entschleunigt die Landschaft in mir aufsaugen konnte, in denen ich sehr interessante Menschen getroffen hatte und in denen ich sehr gut mit mir allein sein und meine Gedanken spazieren tragen konnte.

Praktische Tipps:

Diese Etappe war in meiner Erinnerung sehr entspannt. Es geht erst durchs wunderschöne Kiental hinab nach Herrsching. Von Herrsching geht es Richtung Norden um den Ammersee herum. Der Weg läuft mal näher und mal weiter vom See entfernt. Am See gibt es die eine oder andere Badestelle. Bei gutem Wetter und ausreichend Zeit ist ein Sprung in den See unbedingt zu empfehlen. Dieser Abschnitt ist touristisch gut erschlossen und bietet ausreichend Möglichkeiten, zwischendurch einzukehren.

In Schondorf bietet es sich an, die St. Jakobskirche zu besichtigen. Hier gibt es auch den Pilgerstempel.

Ich habe in Schondorf meine erste Etappe beendet und bin von Schondorf mit der S-Bahn zurück gefahren. In der Nähe der S-Bahnstation gab es auch noch eine sehr urige Kneipe.

Zu Unterkünften in Schondorf kann ich leider nichts sagen.

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