Münchner Jakobsweg – Tag 7

Münchner Jakobsweg – Tag 7

Sonntag, 15. Juli 2018 – Von der Wieskirche nach Lechbruck ->18 km

Es war fast ein Jahr vergangen, seit ich auf meinem Jakobsweg in Steingaden angekommen war. Und ich hatte wieder nur drei Tage, die ich mir rausschneiden konnte. Aber immerhin: Zurück auf dem Münchner Jakobsweg 😊. Was ich jetzt noch nicht wusste, aber doch fest vor hatte: In Zukunft würden meine Abschnitte langsam länger als drei Tage sein. War aber auch klar, denn inzwischen dauerte ja auch die Anfahrt immer länger.

Es war ein Sonntag Morgen, an dem ich mich aufmachte per Zug und Bus bis zur Wieskirche zu fahren. Ich hatte ja in meinem letzten Eintrag geschrieben, dass mich der Weg von der Wieskirche bis nach Steingaden durch Moor und Wald begeistert hatte. Und ich fand, die Wieskirche war ein würdiger Ort, um zu starten.

Frischer Start an der Wieskirche

Ich kam dort am Vormittag an, so gegen 10:30 Uhr. Es begann gerade ein Gottesdienst in der Wiesirche und obwohl ich jetzt kein wirklich regelmäßiger Kirchgänger bin, fühlte es sich für mich gut an, den Weg mit einer Messe zu beginnen. Irgendwie hat das auch mit dem Jakobsweg zu tun. Zeit genug hatte ich auch und so genoss ich einen schönen und würdevollen Gottesdienst mit einem Chor und allem, was dazu gehört.

Nach dem Gottesdienst machte ich mich dann auf den Weg durchs Moor Richtung Steingaden. Nach wenigen 100 Metern traf ich eine Frau mit ihrer Tochter, die etwas abseits vom Weg mitten in den Heidelbeerbüschen saß. Wir kamen kurz ins Gespräch und es ist immer verblüffend, was man in kurzer Zeit von Menschen erfährt, wenn man sich unterhält. Als ich weiterging wusste ich, dass sie Zahnärztin war und im Nachbarort eine Praxis hatte.

Heidelbeeren – frisch gepflückt

Allerdings wunderte sie sich, als ich etwa 10 Minuten später schon wieder zurückkam. Nein, ich wollte keinen Zahnarzttermin ausmachen oder mich verabreden. Ich hatte nur am Ende des Bohlenweges gemerkt, dass ich meinen Pullover verloren hatte, den ich mir locker um die Hüften gebunden hatte. Ich musste aber noch bis zum Durchgang zum Gelände der Wieskirche gehen, wo jemand meinen Pullover ordentlich über den Zaun gehängt hatte.

Auf diese Weise bin ich den Bohlenweg hinter der Wieskirche insgesamt viermal gegangen, da ich ihn ja auch schon im letzten Jahr beschritten hatte.

In Steingaden kam ich am Pfarrgarten vorbei, wo es Sonntags offensichtlich Kaffee und Kuchen gab. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Gerade als ich anstand, um mir ein Stück Kuchen zu holen, kam ein kleiner Junge mit einem großen Kuchen in der Hand und gab ihn der Dame hinter dem arrangierten Tresen mit den Worten: „Von da Muada. Soi i dia bringa.“ Frischgebackener, hausgemachter Kuchen – was gibt es Besseres?

Traumhaftes Ambiente
Kaffee und hausgemachter Kuchen

Durch meinen doppelten Gang durchs Moor und meinen ungeplanten Kaffee- und Kuchen-Aufenthalt war es dann doch schon später geworden als geplant und mich machte mich zügig auf den Weg nach Lechbruck.

Moorgestalten
Vor Lechbruck

Dort kam ich in einem B&B, das abgesehen von der Bettwäsche recht unspektakulär war.

Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, wenigstens noch kurz in den Lech zu springen und ein erfrischendes Bad zu nehmen. An der Lechpromenade fand ich auch eine gute Badestelle. Ich muss aber zugeben, dass der Lech seeeehhhhr kalt war.

Nicht weit von der Badestelle gab es einen kleinen Kiosk mit Garten. Dort genehmigte ich mir dann ein Weißbier und konnte dabei sogar das Finale der Fußballweltmeisterschaft, Frankreich gegen Kroatien anschauen. Das hat dann als auch noch geklappt 😊.

Praktische Tipps:

Meine Tipps zur Wieskirche hatte ich ja schon am Vortag niedergeschrieben. Alles Wissenswerte zu Steingaden und dem Klostergarten finden Sie hier. Wer mehr über Lechbruck wissen möchte und dort eine Unterkunft sucht, kann sich hier informieren

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