Münchner Jakobsweg – Tag 5

Münchner Jakobsweg – Tag 5

Sonntag, 20. August 2017

Wir hatten noch interessante Gespräche am Sonntag früh beim Frühstück mit dem Herbergsvater und einem weiteren Mitpilger, der noch spät am Abend angekommen war. Der Herbergsvater erzählte uns die Geschichte der berühmten Stukkateure von Wessobrunn, die viele Wände und Decken der Kirchen in der Umgebung gestaltet haben. Die berühmteste ist sicherlich die Wieskirche, die für den nächsten noch auf dem Plan steht.

Allerdings warnte der Herbergsvater auch vor der Ammerschlucht, die gefährlich sei, wenn es nass ist. Hey, lasst euch auf keinen Fall davon beeinflussen.Die Ammerschlucht ist ein Traum mit vielen Holzbrücken und -stegen und einer wunderbaren Landschaft.

So traumhaft schön sind die Ausblicke in der Ammerschlucht
Wildromantisch die Ammerschlucht

Klar sind Holzstege immer etwas rutschig, wenn es nass ist. Aber mir kamen einige Spaziergänger mit Turnschuhen und sogar Flip-Flops entgegen. Mit normalen Wanderschuhen und einem Mindestmaß an Vorsicht, die immer geboten ist, wenn man im Gelände unterwegs ist, besteht keinerlei Grund, die Ammerschlucht zu umgehen. Unser Mitpilger, der noch spät am Abend gekommen war, ist die Schlucht umgangen. Wir trafen uns am Abend in Rottenbuch wieder und er hat geschimpft, wie ein Rohrspatz. Die Umgehung auf dem Fahrradweg ist nicht schön und verläuft lange Zeit direkt an einer Bundesstraße mit viel Verkehr.

Es war unabgesprochen klar, dass wir drei nicht gemeinsam den Weg gehen. So gingen wir in Abständen von etwa 15 Minuten von der Walserherberge los. Werner ging zuerst, ich folgte so gegen 08:30 Uhr und unser dritter Pilger im Bunde wird einige Minuten nach mir aufgebrochen sein. Klar war aber, dass wir uns am Abend in Rottenbuch wiedertreffen wollten.

So ging es los, kurz nach Wessobrunn
Natur am Wegesrand

Der erste Abschnitt des Wegs geht zum Hohen Peißenberg, der mit knapp 1000 Metern die erste etwas höhere Erhebung auf dem Weg Richtung Allgäu ist. Die Entfernung ist mit 14 km angegeben, so dass ich gegen Mittag dort eintreffen sollte. Der Aufstieg zum Hohen Peißenberg ist schon etwas schweißtreibend, aber es lohnt sich. Oben hat man eine wunderbare Aussicht und sieht bei klarem Wetter gen Norden fast bis München und gen Süden hat man die Gipfel der Alpen vor sich aufgereiht bis hin zur Zugspitze. Bei schlechtem Wetter kann ich mir vorstellen, dass es sehr ungemütlich ist dort oben.

Auf dem Hohen Peißenberg
Kirche auf dem Hohen Peißenberg

Außerdem gibt es eine sehenswerte Wallfahrtskapelle, eine Wetterstation und ein Gasthaus, der Bayrische Rigi. Dort auf der Terrasse genehmigte ich mir eine Suppe und einen Russ. Im späteren Verlauf meiner Pilgerschaft habe ich erst gemerkt, wie schön es ist, wenn man mittags irgendwo kurz einkehren kann. Das war im weiteren Verlauf leider nicht immer möglich.

Traumhafter Ausblick
Pilger unter sich

Nach der wohlverdienten Pause hatte ich dann noch etwa 13 km bis nach Rottenbuch. Der Abstieg vom Hohen Peißenberg ging recht flott und ich machte mich auf den Weg zur schon beschriebenen Ammerschlucht. An einer Brücke über die Ammer (die man aber links liegen lässt) geht es los in die Schlucht. Traumhaft schön mit Wasserläufen, Stegen und Brücken im urigen Wald. Man kann den Weg wirklich genießen.

Kontrollen gab es zum Glück keine zwischen Peiting und Rottenbuch 🙂
Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht! Eine tolle Wassermühle, die zwei Hämmer bewegt.

Nach der Schlucht geht es dann über relativ offenes Gelände Richtung Rottenbuch. Ich erinnere mich noch, dass es kurz vor Rottenbuch an einer Hecke entlang plötzlich vom breiten Weg abgeht nach links. Hier sollte man die Augen offen halten, denn man denkt, es geht auf dem breiten Weg geradeaus weiter. Als ich Werner später in Rottenbuch traf, erzählte er mir, dass er die Abzweigung verpasst hat und dadurch einen riesigen Umweg gemacht hat.

Das von einer Mauer umgebene Zentrum von Rottenbuch mit dem Kloster und den umstehenden historischen Häusern ist ein wirkliches Juwel. Ich hatte vorher nie von Rottenbuch gehört, aber es ist definitiv eine Reise wert.

Eingang nach Rottenbuch in den Klosterhof

Praktische Tipps:

Direkt außerhalb der Mauer liegt das Kunst-Café Am Tor. Hier gibt es einen wunderbaren Garten, in dem ich Werner wiedertraf und wir gemeinsam Kaffee und Kuchen genießen konnten. Wir haben damals auch dort übernachtet, aber wie ich der Webseite des Cafés entnehmen kann, bietet das Café leider keine Übernachtungsmöglichkeit mehr. Es gibt aber einige andere Übernachtungsmöglichkeiten in Rottenbuch. Spannend hörte sich für mich damals schon die Pilgersuite am Campingplatz an. Dort gibt es eine Schlafhütte und ein Schlaf-Fass. Leider ist das aber etwas entfernt vom Zentrum.

Abendessen war ich dann mit Werner im Pantheon, das ebenfalls im Klosterhof ist. Hierzu habe ich leider keine Webseite gefunden. Das Essen war aber ok.

Zwischen Kaffee und Abendessen habe ich aber die Zeit genutzt, das Kloster zu besichtigen. Auch das ist es wert, sich die Zeit zu nehmen.

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